Heupferdchen am Gymnasium Hilpoltstein
Artenvielfalt zum Staunen
Wie viele Tiere leben eigentlich auf einer Wiese? Die kurze Antwort unserer Schülerinnen und Schüler: eine ganze Menge – und oft viel mehr, als man denkt.
Mit dem Projekt „Heupferdchen“ waren am Gymnasium Hilpoltstein insgesamt acht Klassen der Jahrgangsstufen 5, 6 und 10 auf kleinen Expeditionen unterwegs. Unterstützt wurden sie dabei von Haluk Soyoğlu von der NAJU Bayern im LBV und von Dr. Cathérine Conradty von der Universität Bayreuth. Das Besondere daran: Das Projekt lässt sich unkompliziert in den Schulalltag einbauen ohne großen Vorbereitungsaufwand für die Lehrkräfte.
Nach einer kurzen Einführung ging es hinaus auf die Wiesen hinter dem Schulgelände. Dort wurde beobachtet, bestimmt, gezeichnet und gestaunt. Genau das ist die Idee des Heupferdchens: Artenvielfalt nicht nur im Buch kennenlernen, sondern draußen wirklich erleben. Zum Projekt gehören bewusst auch ruhige Wahrnehmungsphasen und kleine Zeichenübungen. Wer genau hinschaut, merkt schnell: Naturbeobachtung entschleunigt und macht richtig Spaß.
Entdeckt wurden unter anderem Nachtigall-Grashüpfer, Gemeiner Grashüpfer, Feldgrille, Schachbrettfalter, Hauhechel-Bläuling, Kleiner Feuerfalter, Kleines Wiesenvögelchen, verschiedene Hummeln und Käfer, außerdem zahlreiche eindrucksvolle Wespenspinnen und sogar ein Neuntöter. Besonders bemerkenswert war auch der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, ein seltener und ökologisch anspruchsvoller Schmetterling. Solche Funde zeigen, wie wertvoll diese Wiesen sind.
Dabei wurde auch etwas anderes deutlich: Was heute außergewöhnlich wirkt, war früher an vielen Orten ganz normal. Artenreiche Wiesen mit zahlreichen Heuschrecken, Schmetterlingen und anderen Insekten waren deutlich häufiger. Wer heute aufwächst, kennt diese Vielfalt oft nur noch von einzelnen besonderen Flächen. Umso wichtiger ist es, sie überhaupt wahrzunehmen und kennenzulernen.
Schön zu beobachten war auch die Reaktion der Gruppen: Selbst dort, wo die Begeisterung anfangs noch überschaubar war, wuchs sie schnell. Am Ende wurde nicht nur geforscht, sondern auch stolz präsentiert. Für ihre Teilnahme erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Urkunde und ein Heupferdchen-Abzeichen als kleine Auszeichnung für ihre Artenkenntnis.
Damit schließt sich auch der Kreis zu den Pflegemaßnahmen im Herbst: Einige der untersuchten Wiesen werden von Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Umwelttags gepflegt. Im Sommer konnten sie nun unmittelbar erleben, warum sich diese Arbeit lohnt. Pflege, Artenkenntnis und Naturschutz gehören hier ganz konkret zusammen.
So wurde aus einem Ausflug hinter die Schule eine wichtige Erfahrung: Artenvielfalt ist faszinierend, direkt vor unserer Haustür zu finden und wert, genau angeschaut und geschützt zu werden. Denn nur was man kennt, kann man auch wahrnehmen, wertschätzen und schützen.
Eine Fortsetzung des Projekts im kommenden Schuljahr ist bereits angedacht.















