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Konzentrationslager Flossenbürg 2026

Geschichte hautnah

"Hier haben wir nicht nur die Kleidung verloren, sondern unsere Seele.“ – Dieses bewegende Zitat stammt vom Flossenbürghäftling Vittore Bocchetta, der 1944 ins Lager eingeliefert wurde, und ist nur ein Beispiel aus den in der Gedenkstätte ausgestellten Biographien.  

Am 16.06.2026 betraten die neunten Klassen gegen 9:45 Uhr das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Im Rahmen der Erinnerungskultur sollten die knapp 100 Schülerinnen und Schüler eine zweistündige Führung über das Gelände und so einen besseren Einblick in die Gräueltaten des Nationalsozialismus bekommen. Gerade, da man direkt nach der NS-Zeit versucht hat, diese Taten zu verdrängen, indem man eine Wohnsiedlung um das KZ baute, ist es heutzutage noch wichtiger, sich daran zu erinnern. Und deshalb ging es nach einer allgemeinen Einführung mit Rahmeninformationen über das KZ-Flossenbürg für die fünf Gruppen in unterschiedliche Teile des Arbeitslagers. Nicht nur der Bereich der SS-Aufseher mit ehemaligem Wohnviertel, sondern auch die Häftlingsbaracken wurden besichtigt. Um die einengenden Wohnumstände zu verdeutlichen, wurde zum Beispiel die Klasse 9a aufgefordert, sich so auf die Grundrisse der Baracke aufzuteilen, dass es dem Bedürfnis ihrer Privatsphäre entspricht. Das Ergebnis: 1000 Menschen, auf so engem Raum scheinen unvorstellbar zu sein, und doch war es am Ende der NS-Zeit grausame Realität. Die Besichtigung wurde im Raum des Barber weitergeführt. Hier schoren so genannte Funktionshäftlinge den Neuankömmlingen die Haare, um jene physisch so wie psychisch zu demütigen. Diese wurden zusätzlich zum Stopfen von Schlafsäcken oder Winterjacken verwendet, um Material zu sparen. Außerdem mussten die Gefangenen ihre Kleidung abgeben und sie gegen die typische, gestreifte Häftlingskleidung tauschen, die sommers wie winters getragen wurde. Auf diese Prozedur bezieht sich auch Vittore Bocchetta in seinem anfänglich genannten Zitat. Besonders erschütternd war das vergleichsweise gut erhaltene Häftlingsbad. Das Ziel der Demütigung zeigte sich hier durch das Abduschen mit abwechselnd eiskaltem und kochend heißem Wasser. Anschließend führte die Geländebegehung der KZ-Gedenkstätte durch den oberen Teil des Gebäudes, in dem Kurzbiografien mit Fotos, Zitaten und Zeitzeugenberichten ausgestellt sind. Viele berichteten von der harten Arbeit im Steinbruch neben dem KZ, die Tausende das Leben kostete.  Zehntausende Weitere, fielen dem gewaltvollen Umgang, den unhygienischen Umständen oder den Wettergegebenheiten zu Grunde. Diesen Leichen wurde keinerlei Respekt entgegengebracht und sie wurden restlos ausgebeutet und anschließend verbrannt. Auf dem Friedhof mit der Aschepyramide und im Krematorium mit dem Verbrennungsofen bekamen die Neuntklässler die drückende Atmosphäre zu spüren. Zwar war das Sprechen im Unterricht über ein solch schreckliches Geschehen für viele bereits eine Herausforderung, aber es mit den eigenen Augen zu sehen, war doch nochmal eine deutlich einprägsamere Erfahrung. 

Lina Wheeler-Hofbeck (9a) und Cilia Hetzner (9c)

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